Kurz und knackig

Kurzer Steckbrief: 

Karriere

Meine berufliche Laufbahn hat mich weit herumkommen lassen. Nach der Ausbildung zum Schiffahrtskaufmann (damals noch mit 2 "f") und der Fachhochschulreife bin ich - eher durch Zufall - in der Binnenschifffahrt gelandet. Meiner erster Job: dritter Disponent und Mädchen-für-alles beim "Rheinischen Lloyd". Zwei lehrreiche aber auch schwierige Jahr. Mein Boss gehörte zu der eher nicht ganz einfachen Sorte. 

Nach zwei Jahren war ein Wechsel angebracht. Der gelang dann auch durch einen Job als zweiter Disponent (ein Schritt auf der Karriereleiter nach oben!) bei der Mainzer Niederlassung der Reederei B. Dettmer. Mit Jörg Drippe hatte ich einen ausgezeichneten Ausbilder und Chef. Aber schon zwei Jahre später  überkam mich wieder die Unruhe.

Den lockenden Rufen des Sanara Schiffahrtskontor in Ludwigshafen konnte ich nicht widerstehen. Leider ein Fehler! Denn nach der hoch motivierten Mainzer Dettmer-Truppe empfing mich ein eher "interessantes" Unternehmen. Eigenengagement war nicht gefragt bzw. streng verboten. Nach drei Monaten ging gar nichts mehr. Schnell weg!

Kurz darauf saß ich als Niederlassungsleiter bei der Tromp Befrachtungskontor AG in Basel. Es folgten fünf sehr spannende und sehr arbeits- und lehrreiche Jahre. Ich lernte holländisch und viel über die Holländer, ein wenig Schytzerdütsch und viel über die Schweitz(er). 

Aber auch Basel sollte nicht dauerhaft zur Heimat werden. Es folgte ein Ruf nach Nürnberg zur Main-Donau-Schiffahrt GmbH. (Ein Joint-Venture der Südkraft-Spedition und der Lehnkering Reederei). Leider entpuppte sich die Aktion (vor allem aber mein damaliger Chef) als wenig zielführend. Zumindest aus meiner Sicht. Eine Woche vor Ende der Probezeit habe ich gekündigt.

Neuer Kurs: Berlin. Die Deutsche Binnenreederei suchte einen Vertriebsmanager und fand mich. Schnell entwickelte sich der Posten aber zu dem des Assistenten des Geschäftsführers. Sehr spannend, sehr lehrreich, sehr viel Arbeit. Nach zweieinhalb Jahren wurde es aber Zeit, wieder direkte Umsatzverantwortung zu übernehmen. Ich übernahm die Leitung der Duisburg Niederlassung der DBR. Noch einmal zweieinhalb Jahre. Gute, erfolgreiche Jahre. Aber dann kam sie wieder - die Unruhe. Mehr zu wollen. Unzufrieden zu sein mit der gegebenen Situation. 

Dann las ich, dass die DB Cargo AG sich mehr mit der Binnenschifffahrt beschäftigen wolle. Warum eigentlich nicht? Initiativ-Bewerbung geschrieben, in Mainz vorgestellt, Job bekommen: Abteilungsleiter BiSchi bei der DB Cargo AG. Ob das wohl gut geht?

Kurzfristig ja - langfristig nicht. Allein über die zwei Jahre bei dem Unternehmen könnte ich ein Buch schreiben. Ich lass es besser! Sich im Markt zu behaupten - eine selbstverständliche Herausforderung. Von Vorständen und Mitarbeiter massiv an der Arbeit gehindert zu werden - unmöglich! Nach zwei Jahren und einem Bandscheibenvorfall hatte ich die Nase voll.

Dann kam Bargelink. Sollte es tatsächlich eine Firma geben, die meine Vorstellungen von "Binnenschifffahrt mit Zukunft" realisieren konnte und wollte? Ja - und ich durfte an der Spitze stehen. Ein Unternehmen der Bischi-Branche als Teil der dot.com-Blase? Zum Teil ja - aber mit Perspektive. Leider - oder im Nachhinein zum Glück - verliess die Gründungsgesellschafter nach zwei Jahren der Mut. 

Mir nicht. Gemeinsam mit meiner lieben Frau habe ich Bargelink übernommen. Es folgten gut drei Jahre schuften, entwickeln, überzeugen - und sparen. Die privaten Rücklagen schmolzen kontinuierlich. Aber am Ende haben wir es doch geschafft. Nach drei Jahre kam der break-even. Heute ist Bargelink.com ein fester und integrierter Bestandteil des europäischen BiSchi-Marktes. 

Es hat sich gelohnt.